Joby Talbot: Path of Miracles

Als Joby Talbot im Jahr 2005 sein Chorwerk Path of Miracles schrieb, griff er einen Stoff auf, der seit Jahrhunderten Menschen bewegt: den Camino de Santiago, den Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Talbot interessiert dabei weniger die äußere Strecke als vielmehr die innere Bewegung des Pilgerns – ein Weg, der durch Landschaften, Sprachen und Zeiten führt und sich zugleich im Hören selbst vollzieht.

Die vier Teile des Werks tragen die Namen wichtiger Stationen dieser Route – Roncesvalles, Burgos, León und schließlich Santiago. Die Textgrundlage speist sich vor allem aus dem mittelalterlichen Codex Calixtinus, einem der frühesten Pilgerführer Europas. Daneben stehen liturgische Fragmente und kurze Einschübe in verschiedenen modernen Sprachen. Immer wieder verschieben sich Perspektiven: von der sachlichen Beschreibung des Weges zu persönlichen Bitten, von der Distanz der Chronik zu unmittelbarer Erfahrung. Diese Vielstimmigkeit setzt sich in der Musik fort.

Talbots Klangsprache verbindet archaisch anmutende Linien mit hochkomplexen rhythmischen Strukturen. Gleich zu Beginn, im Satz Roncesvalles, entsteht eine eigentümlich schwebende Bewegung, die auf einem außereuropäischen Vorbild beruht: dem sogenannten Pasibutbut, einem traditionellen Gesang der Bunun, einem indigenen Volk Taiwans. Einzelne rhythmische Bausteine greifen ineinander, überlagern sich und erzeugen ein pulsierendes Geflecht, das weniger vorwärtsdrängt als vielmehr ein kontinuierliches Unterwegssein hörbar macht und raffiniert mit Obertönen spielt. Auch später bleibt diese Gleichzeitigkeit von Bewegung und Stillstand prägend. Dichte, fast raue Klangballungen wechseln mit weit gespannten, ruhigen Flächen; klare Tonhöhen lösen sich in flirrende Cluster auf, um sich wenig später wieder zu sammeln.

Im Verlauf des Werks verändert sich die musikalische Perspektive spürbar. Was zunächst tastend und suchend wirkt, gewinnt allmählich an Richtung, ohne je ganz zur Ruhe zu kommen. Stimmen treten aus dem Gesamtklang hervor und verschwinden wieder darin, als würden einzelne Erfahrungen kurz sichtbar, bevor sie im größeren Zusammenhang aufgehen. Am Ende steht kein strahlender Abschluss im herkömmlichen Sinn, sondern ein Zustand gesteigerter Aufmerksamkeit – als sei das Ziel weniger ein Ort als eine andere Art zu hören.

2025 – J. S. Bach: Messe in h-Moll


15. November 2025 – St. Martin Hannover Linden
16. November 2025 – Pauluskirche Hannover

Johann Sebastian Bach: Messe in h-Moll – BWV 232

Magdalene Harer (Sopran)
Melinda Paulsen (Alt)
Lukas Siebert (Tenor)
Thilo Dahlmann (Bass)

la festa musicale
Collegium Vocale Hannover

Florian Lohmann (Leitung)


Erst nach langem, ergriffenen Schweigen feierte ein schier endloser Beifallssturm die Aufführung der h-Moll-Messe […] Selten hörte man eine Interpretation dieses in der Musikgeschichte einzigartigen Meisterwerkes, bei der sich Perfektion und Emotion so bewegend vereinten. […]
Der Dirigent konnte [die] musikalisch und theologisch gründlich durchdachte Konzeption mit einem entsprechend qualifizierten Ensemble umsetzen. […] So bekam zum Beispiel der Abschnitt „Et incarnatus est“ im Credo die von Bach gedachte Wirkung als Mysterium. Dann wieder meisterte der Chor virtuos die Koloraturen in den von Lohmann angelegten frischen Tempi. Und mit welcher explosiven Kraft ließ der Chor die Auferstehungsbotschaft „Et resurrexit“ aufleuchten.

Claus-Ulrich Heinke: Ein berührendes Ereignis: So ergreifend geriet Bachs h-Moll-Messe in der Pauluskirche | Hannoversche Allgemeine Zeitung 17.11.2025

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2025 – Jubilate Deo


22./23. März 2025 – Auswahldirigieren | Forum Dirigieren des Deutschen Musikrates – nicht öffentlich
24. August 2025 – Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis

Johann Sebastian Bach: Gloria (Messe in h-Moll) – BWV 225
Johann Sebastian Bach: Singet dem Herrn ein neues Lied – BWV 225
Gottfried August Homilius: Da es nun Abend ward
Ralph Vaughan Williams: Three Shakespeare Songs
C. Hubert H. Parry: Songs of Farewell Nr. 5
Frank Martin: Credo (Messe pour double Choeur a cappella)
Francis Poulenc: Figure humaine Nr. 7
Agneta Sköld: Jubilate Deo
Jack Halloran: Witness

Collegium Vocale Hannover

Studierende (Leitung)
Florian Lohmann (Studienleitung)


Konzert am 24.8. in Kooperation mit dem Mädchenchor Hannover und dem Männerchor des Knabenchores Hannover


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2025 – Think big. Filmmusik mit Chor


11. Oktober 2025 – NDR Freistil – Kuppelsaal Hannover

Filmmusik aus Der Herr der Ringe, Star Wars, Avatar,
Phantastische Tierwesen u. a.


Catherina Witting (Sopran)

Capella St. Crucis Hannover
Johannes-Brahms-Chor Hannover
Junges Vokalensemble Hannover
Kammerchor Hannover
Knabenchor Hannover
Collegium Vocale Hannover

NDR Radiophilharmonie

Stefan Geiger (Leitung)


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2025 – C. Ives: The Unanswered Question


8. Juni 2025 – KunstFestSpiele Herrenhausen – Kuppelsaal Hannover

Charles Ives: The Unanswered Question
und weitere seiner Werke

Thomas Hampson (Bariton)

Bachchor Hannover
Capella St. Crucis Hannover
Johannes-Brahms-Chor Hannover
Junges Vokalensemble Hannover
Knabenchor Hannover
Mädchenchor Hannover
Norddeutscher Figuralchor
Vivid Voices
Collegium Vocale Hannover

NDR Radiophilharmonie
Orchester der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover

Ingo Metzmacher (Leitung)


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2025 – Glaube und Erlösung


1. März 2025 – Forum Agostino Steffani – Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis Hannover

Antonio Sartorio: Levavi oculos meos in montes
Antonio Sartorio: De profundis clamavi
Antonio Sartorio: Confitebor tibi, Domine
Dietrich Buxtehude: Membra Jesu Nostri

Magdalene Harer, Johanna Neß (Sopran)
Franz Vitzhum (Altus)
Daniel Schreiber (Tenor)
Sönke Tams Freier (Bass)

la festa musicale
Collegium Vocale Hannover

Florian Lohmann (Leitung)


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Bach um 5

5. Oktober 2026
17:00 Uhr
Neustädter Stadt- und Hofkirche St. Johannis

Johann Sebastian Bach: Gott, man lobt dich in der Stille BWV 120


Solisten
Cappella Santa Croce

Collegium Vocale Hannover

Florian Lohmann (Leitung)


Bach um Fünf ist ein Gottesdienstformat der Neustädter Stadt- und Hofkirche St. Johannis.

Lange Nacht der Kirchen

18. September 2026
22:00 Uhr
Gartenkirche St. Marien Hannover

Programm noch offen


Collegium Vocale Hannover

Florian Lohmann (Leitung)


Path of Miracles

9. Mai 2026
18:00 Uhr
St. Sixti Northeim

Joby Talbot: Path of Miracles


Collegium Vocale Hannover

Florian Lohmann (Leitung)


Informationen zur Einführung ins Werk.

Chortage Hannover | Händel

27. Juni 2026
18:00 Uhr
Galerie Herrenhausen

Georg Friedrich Händel:

  • Zadok the Priest (Coronation Anthem HWV 258)
  • Dettinger Te Deum (HWV 283)
  • The Ways of Zion do mourn (Funeral Anthem HWV 246, Auszüge)
  • Jubilate für den Frieden von Utrecht (HWV 279, Auszüge)

und weitere Werke von Händel


Samuel Hasselhorn (Bass)

NDR Radiophilharmonie

Capella St. Crucis
Collegium Vocale Hannover

Nicholas McGegan (Leitung)


Eine Veranstaltung der Chortage Hannover – Informationen zu Tickets etc. gibt es dort, sobald das Programm der Chortage 2026 veröffentlicht ist. Änderungen vorbehalten.